Der Beagle,
ein perfekter Familienhund und treuer Jagdbegleiter.
Quelle: Hundemagazin, Margrit Martegani
• Herkunft und Geschichte des Beagles
Beagles in der Schweiz
• Wie steht es um die Gesundheit dieser Rasse?
• Der Beagle als Familienhund
• Erziehung
• Sport und Auslauf
• Ein Nachteil des Beagles
• Der Beagle als Jagdkamerad

• Literaturhinweise
• Nützliche Links


Herkunft und Geschichte des Beagles (zurück zum Anfang)
Der Beagle ist eine sehr alte Rasse, sicherlich eine der ältesten überhaupt. Der Name Beagle taucht bereits erstmals 1475 im Buch "The Squire of Low Degree" auf. Das Ursprungsland ist England, dort wurde diese Rasse auch reingezüchtet. Die Normannen eroberten nach 1066 Britannien und brachten den Vorfahren des Beagles, den Northernhound (später auch Talbot genannt) ins Land.

Es war ein hellfarbiger, etwa 70 cm grosser Jagdhund, ein Nachfahre der seit dem 7. Jh. von Mönchen in den Ardennen gezüchteten St.Hubertus-Hund. Der St. Hubertus-Hund selbst war bloodhoundähnlich, jedoch kleiner und schwarzbraun. Später wurde dieser mit Greyhounds gekreuzt, um Kraft und Geschwindigkeit zu verstärken. Ein anderer Vorfahre war der Southern-Hound, ansässig in der Gascogne, im Süden Frankreichs. Er hatte viel lose Haut, einen schweren Kopf und eine ausgeprägte Jagdpassion. Ab ca. 1400 wurden in Grossbritannien der Southern-Hound und der Talbot verpaart, um die jagdlichen Eigenschaften und Vorzüge der beiden Rassen zu vereinen – die Schnelligkeit, Ausdauer und Feinnasigkeit des Talbots und die Passion des Southern-Hounds: Fähigkeiten, die bis zum heutigen Tag erhalten geblieben sind.Über den Ursprung des Namens gibt es verschiedene Spekulationen. Einige meinen, er stamme aus dem Französischen (Beigh), aus dem keltischen (Beag) oder aus dem altenglischen (Begle) – auf jeden Fall bedeutet es immer das Gleiche: KLEIN. In alten Schriften wird der Beagle immer als der kleinste Meutehund der Welt bezeichnet. Diese Aussage kommt auch nicht von ungefähr. Seit Heinrich VIII. hielt das englische Königshaus Beagles am Hof. Die königliche Meute bestand zwischen 48 und 60 Beagles.

Die Liebe zu Beagles von Elisabeth I. ist weltberühmt. Sie selbst züchtete sich eine ganz besonders kleine Rasse, welche auch als Pocket- oder Rabbit-Beagle bekannt geworden ist. Diese kleine Varietät, mit einer Risthöhe von ungefähr 18 cm, ist am Ende des 19.Jh. ausgestorben.

Währenddem die Foxhounds und Harriers für die berittene Jagd verwendet wurden (z. B. Fuchsjagd), galt der Beagle nicht zuletzt auch infolge seiner Grösse als langsamer Jagdhund und war ein idealer Jagdgefährte für die Jagd „zu Fuss“, vornehmlich auf Hasen. Diese Jagd wird auch heute noch in England praktiziert und nennt sich Beageling. Durch zunehmenden Wohlstand begann sich auch der Mittelstand jagdlich zu betätigen, ohne jedoch die Mittel für eine ganze Meute zu besitzen. Hier bot sich der Beagle als idealer Einzeljäger an, der durch seine starke Passion, seiner guten Spürnase und seiner Eigenständigkeit hervorragende Brackier- und Stöberarbeit leistete.


Beagles in der Schweiz
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In der Schweiz wurde der erste Wurf 1969 ins Schweizerische Hunde-Stammbuch eingetragen, regelmässige Würfe folgten dann ab 1972. Heute fallen in der Schweiz jährlich zwischen 15-20 Würfe. Die Beagle-Population dürfte inzwischen bei ca. 1500 liegen (ohne Versuchstiere). 95% aller Beagles in der Schweiz leben als Familienhunde; die übrigen 5% werden jagdlich geführt.

Betreut wird die Rasse vom Beagle-Club Schweiz, der dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Die Bestrebungen des Vereins sind, diese Rasse in der Schweiz zu fördern gleichzeitig aber auch die Qualität, Gesundheit, Wesensvorzüge sowie den Jagdgebrauch zu erhalten. Der Club bietet viele Aktivitäten an: zum geselligen Vereinsleben gehören gemeinsame Spaziergänge, Wanderungen und Weekends. Zu den weiteren Aufgaben des Vereins gehören die Überwachung züchterischer Tätigkeit, Beratung von Interessenten beim Kauf eines Beagles, Durchführung von Ausbildungskursen und Ausstellungen.


Wie steht es um die Gesundheit dieser Rasse?
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Der Beagle ist ein robuster Hund und hat keine besonderen Anfälligkeiten auf Krankheiten. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt zwischen 11 und 14 Jahren, aber auch ältere Hunde sind keine Seltenheit. In den letzten Jahren sind leider vereinzelte Fälle von Epilepsie aufgetreten. In der Literatur werden noch weitere Krankheiten erwähnt, die in Amerika häufiger vorkommen: (Discusprolaps (Bandscheibe), Ektropium, primäres Glaukom und Retinadysplasie. Die Zuchtkommission des BCS hat in einer Langzeitstudie Krankheiten und Todesursachen der letzten 10 Jahre untersucht. dazu wurden Fragebogen an alle Mitglieder und Züchter verschickt. Dank dem grossen Rücklauf und der Mithilfe der meisten Züchter kam ein representatives Ergebnis zustande, das bestätigt, dass bei Beagles in der Schweiz welche mit anerkannten Papieren gezüchtet wurden, keine gehäuften Krankheiten aufgetreten sind. Diese Tatsache ist sicherlich damit zu begründen, dass seit den 80er-Jahren durch das BCS eine strenge Zuchtauswahl stattgefunden hat. Elterntiere welche Erbkrankheiten aufweisen oder solche vererben, werden von der Zucht ausgeschlossen. Ebenfalls für eine Zuchtzulassung notwendig ist das Bestehen eines Wesens- und Schusstests.

Es lohnt sich also beim Kauf eines Welpen darauf zu achten, dass dieser eine offizielle Abstammungsurkunde der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) besitzt. Bei papierlosen Welpen oder jenen mit einer Dissidenzurkunde sind diese unter Umständen nicht gewährleistet und zumindest nicht kontrollierbar.


Der Beagle als Familienhund
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Der Standard beschreibt den erwünschten Charakter wie folgt: Ein fröhlicher Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist, zu jagen, vornehmlich Hasen, indem er der Fährte folgt, unerschrocken, äusserst lebhaft mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit. Wesen: Liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit.

Bei tiergerechter und optimaler Aufzucht entwickelt sich der Beagle zu einem liebenswerten Hund, zum idealen Kameraden für Kinder und Erwachsene. Seine soziale Prägung als Meutehund ermöglicht auch eine friedliches Zusammenleben mit anderen Haustieren und anderen Hunden. Ein Beagle ist nicht gerne alleine und ist kein Zwingerhund. Er wird die Familie oder den Besitzer als Meuteersatz ansehen und benötigt deshalb Anschluss. Als Schutzhund ist er nicht geeignet, einen Einbrecher wird er freundlich begrüssen. Seine freundliche Wesensart ist ihm auch zum Verhängnis geworden. Er ist der am meisten verwendete Hund in Tierversuchslabors, denn er ist trotz allem Leid das man ihm zufügt, freundlich zu seinen Peinigern und braucht, in der Meute gehalten, weniger Platz.


Erziehung
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Trotz seiner freundlichen Ausstrahlung ist er nicht ein Jedermanns-Hund. Beim Kauf eines Beagles muss man sich bewusst sein, dass er immer ein Jagdhund bleiben wird. Vom ersten Tag an ist eine konsequente aber faire Erziehung notwenig. Er kann sich sehr schnell zu einem selbstständigen Hund entwickeln und Kommandobefehle sind für ihn oft Diskussionsbasis. Der Appell muss von früh an geübt werden und fruchtet nur bei einer sicheren Beziehung zwischen Mensch und Hund. Waldspaziergänge sind infolge seiner Jagdpassion nur an der Leine möglich.

Sport und Auslauf
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Dieser temperamentvolle, ausdauernde Hund braucht jeden Tag 2 Stunden Auslauf, der grösste Teil davon sollte ihm ohne Leine ermöglicht werden. Das verlangt vom Besitzer eine grosse Aufmerksamkeit und gewisse Sportlichkeit, zumindest aber ein gutes Gehvermögen. Es ist von Vorteil dem Familienhund Beagle soziale Anregung als Ersatz für das Jagen zu bieten - und zwar von Anfang an. Das können abwechslungsreiche Spaziergänge sein, Spielen mit Artgenossen, mitmachen in Plauschgruppen, Erziehungs- oder Agilitykurse oder warum nicht die Teilnahme an Agility- oder Obediencewettbewerben oder Ausstellungen. Ein Beagel ist in der Regel sehr lernfreudig und liebt es im Mittelpunkt zu stehen, und ist auch in diesen Disziplinen oft national und international auf dem ersten Podestplatz zu finden.


Ein Nachteil des Beagles
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Zum grossen Problem der unerwünschten Verhaltensweisen gehört die buchstäblich krankhafte Fresssucht der Beagles. Einige Besitzer beschreiben diese als noch schlimmeres Übel als der Jagdtrieb. Ein Abstecher zum nahe gelegenen Komposthaufen, das Abräumen des Frühstückstisches in einem unbedachten Moment: alles Highlights für einen Beagle! Also braucht es für den idealen Beaglebesitzer nebst der nötigen Konsequenz ein gutes Mass an gesunder Toleranz; er muss zwischendurch auch mal ein Auge zudrücken können - und solange er keinen Kadavergehorsam vom Beagel erwartet, wird er von ihm auch nie enttäuscht werden.

Der Beagle als Jagdkamerad
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In der Vergangenheit wurde der Beagle von Jägern oft belächelt und als Sofahund bezeichnet. Wahrlich, zu Hause kuschelt er sich am liebsten aufs Sofa, geniesst die Schönheiten des Lebens, hat einen Blick, der kein Wässerchen trüben könnte… aber oho, draussen im Wald ist er nicht wieder zuerkennen. In den letzten Jahren hat sich sein Ruf in der Schweiz grundlegend geändert und niemand wird heute sein Können absprechen.

Der Beagle gehört zu den Brackenartigen. Ihre ursprüngliche Aufgabe war die Meutejagd, vornehmlich auf den Hasen. Da sich die Hasenspur schon nach wenigen Minuten verflüchtigt, können nur Hunde eingesetzt werden, die einen ausgeprägt feinen Spürsinn und Finderwillen besitzen. Jeder Jäger ist entzückt vom Arbeiten und Passion des Beagle. Seine ausgesprochene Spurtreue, sein schönes Geläut (sein Bellen) und seine Ausdauer machen ihn zum zuverlässigen Kameraden. Dank seiner Grösse und seinem kurzen Fell ist er ein guter Begleiter auf der Bewegungsjagd. Allerdings ist dort seine ursprüngliche Form des Jagens nicht mehr erwünscht, denn das Verfolgen des Wildes auf der Spur kann sich über eine längere Zeit und über mehrere Reviere erstrecken. Das hätte zu Folge, dass der Hund bei einem kurzen Trieb nach dem Abblasen der Jagd noch nicht zurück wäre. Also ist das Betätigungsfeld heute das Stöbern, oder zumindest eine Mischform davon. In den meisten Kantonen wird der selten gewordene Hase geschont. Deshalb erstreckt sich die Jagd für den Beagle hauptsächlich auf Schalenwild (Reh), Fuchs und gelegentlich Schwarzwild (Wildsau). Auch für die Arbeit auf der roten Fährte (Nachsuche) ist er ein zuverlässiger Helfer. In Patentkantonen wie dem Wallis oder in der Urschweiz ist er immer häufiger anzutreffen. Sein kräftiger Körperbau lässt ihn auch im Gebirge seine unermüdliche Arbeit ausdauernd verrichten.

Literaturhinweise (zurück zum Anfang)

  • "Unser Welpe", von Katharina Schlegl-Kofler
  • "Dogwatching, Die Körpersprache des Hundes", Desmond Morris
  • "Der Beagle", von Jochen M. Eberhardt
  • "Beagle", von Thomas Warneke
  • "Was Hündchen nicht lernt…", ISBN 3-00-010940-4 von Thomas Baumann, Baumann-Mühle-Verlag
  • "Beagle heute", von Andrew H. Brace
  • "Aufzucht junger Hunde", von Rosmarie Wild
  • "Lieb, Verschmust, Verfressen, Alltagsgeschichten von und mit Beagle", von Beatrix Granitzki
  • "Welpenschule, der gemeinsame Weg durchs erste Jahr", von Diana Weissgerber
  • "Ratgeber für ein glückliches Beagele-Leben", von Bärbel Kronz
  • "Mein gesunder Beagle", von Paul Jordan, bede-Verlag
  • "Das Rasse Portrait Beagle", von Jochen H. Eberhard
  • "Was denkt mein Hund" (Hundeverhalten auf einen Blick)
    von Gwen Bailey bei KOSMOS-Verlag
  • Das Welpenbuch von Katharina von der Leyen (ISBN-Nr. 3-405-15773-0) Bild nebenan.
    Es ist ein persönlicher Bestseller von mir. Frech und witzig geschrieben, macht spass es zu lesen. Und doch sehr informativ und einfach zu verstehen.
  • NEU! Ganz tolle Literatur für Züchter und Hundefreunde von Hans Räber. Titel Brevier neuzeitlicher Hundezucht. IBSN 3-258-04974-2 (Bild nebenan)
  • "Die Technik der Hundezucht" von Dr. Dieter Fleig (ISBN 3-933228-39-5)
  • "Der homöopathische Hundedoktor" von Tierärztin Dr.Barbara Rakow
    (ISBN 3-440-09526-6)
  • "Genetik der Hundezucht" von Malcom B. Willis, Kynos Verlag AG, Mürlenbach
  • "Von Hunden und Pferden-Leben und Wirken von Eberhard Trumler" Kynos Verlag ISBN 3-933228-35-2 - Ein "Muss" für jeden Hundeliebhaber
  • "Die Hündin" vom KOSMOS-Verlag, Carola Kusch ISBN 3-440-09208-9
  • "Lassie, Rex&Co." Von Dr.Felicia Rehage/Eiko Weigand
    Kynos Verlag ISBN 3-933228-11-5
  • Grunderziehung für Welpen - von Anton Fichtelmeier (Fichtelmeiers Hundeschule) vom KOSMOS-Verlag - ISBN 978-3-440-09988-9

Nützliche Links (zurück zum Anfang)

Stich aus England: zwei berühmte Champions, 1890.
"Champion Lonely" und "Primeose Countess"
Unsere Hunde nach einem Weihnachtsspaziergang völlig KO aber glücklich.
Spiel und Spass muss sein